Danke für Euer Engagement – Ein Brief vom Parteivorstand

18. Dezember 2015  Allgemein

Liebe Genossinen und Genossen,

wir danken dem Parteivorstand für den Brief zum Jahreabschluss, für die warmen Worte, die Danksagungen an all die Menschen, die sich solidarisch den Geflüchteten gegenüber zeigen und die sich offen gegen Rassismus stellen. Gleichzeitig enthält dieser Brief jedoch auch weniger schöne, nichtsdestotrotz wahre Worte, über die Schwierigkeiten die wir Linke noch vor uns haben, Worte die zeigen, wie wichtig es ist, gerade jetzt, in diesen Zeiten, wo der braune Sumpf so viel Zuspruch in Form von Pegida und AFD erhält, als Linke zusammenzustehen.

Auch ich weiß, dass es Mut erfordert, sich in der heutigen Zeit klar gegen den Kriegseinsatz der Bundeswehr zu stellen. Obwohl der Krieg schon längst bei uns angekommen ist, wir „die Christen“ ebenfalls Opfer zu beklagen haben. Ich weiß, wie viel Wut und Hass in vielen Menschen steckt nach so einem barbarischen und verabscheuungswürdigen Anschlag wie in Paris. Trotzdem als Linker aufzustehen und zu sagen: „Mit Waffen schafft man keinen Frieden!“, das erfordert Mut. Aber wir bleiben  dabei! Schließlich haben 14 Jahre Afghanistan gezeigt, dass man mit Krieg den Terror nicht bekämpft, sonden nur noch stärker macht.

Ich frage mich manchmal, in was für einer Welt wir eigentlich leben. Wir müssen uns dafür verteidigen, dass wir Frieden wollen, und dass wir Menschen, die vor Krieg flüchten, ein menschenwürdiges Leben ermöglichen wollen. Kein Mensch ist illegal!

Ist der letzte große Krieg in Deutschland schon so lange her, dass die Menschen vergessen haben? Vergessen haben, was Krieg bedeutet? Haben die Menschen in diesem Land tatsächlich schon vergessen, was es bedeutet, auf der Flucht zu sein? Oder hört niemand mehr unseren Alten zu, die mit Sicherheit so einiges zu berichtet haben über die Grausamkeiten, die so ein Krieg mit sich bringt?
Wie kann man auf die Straße gehen gegen Menschen, die vor Krieg, Hunger und Armut flüchten?!

Wer kennt dieses Bild nicht, von dem kleinen Toten Jungen  Aylan Kurdi  am türkischen Strand? Wie kann man nur so unmenschlich sein, trotzdem noch auf die Straße zu gehen, und mehr Grenzschutz einzufordern? „Ja, wir müssen unsere Grenzen schützen“, rufen sie.
Es gab mal eine Zeit, da wurden Grenzen geschützt, um den Feind am Eindringen zu hindern. Sind diese Menschen unsere Feinde? War der kleine Aylan unser Feind?
Selbst die Bundesregierung, obwohl sie in ihrer humanitären Großzügigkeit gegen eine Obergrenze für Flüchtlinge plädierte, bezahlen an anderer Stelle die Türkei, damit diese für uns die Grenzen schließt. Die Türkei hat schon damit angefangen: Gefängnis für syrische Flüchtlinge, die nicht freiwillig in ihre „Heimat“ zurückkehren. Tod oder Folter! Und das nur, damit sich unsere Regierung nicht selbst die Hände schmutzig machen muss, und nach außen hin weiter einen auf Gutmensch machen kann. Darüber hinaus heizen sie diese Kriege weiterhin mit ihren Waffenverkäufen an und stellt so die Profitgier der deutschen Waffenindustrie/Lobby über Menschlichkeit.

Ich hoffe für uns alle, und natürlich auch für die vielen Menschen auf der Flucht, dass 2016 ein besseres Jahr wird, dass 2016 ein Jahr wird, in dem wir uns dem Weltfrieden ein kleines Stück nähern. Aber ich fürchte, da hoffe ich vergebens.

Ich bin links. Ich bin für Frieden. Ich bin für ein menschenwürdiges Leben Aller auf diesem Planeten. Ich weiß, damit stehe ich nicht alleine. Und solange ich nicht alleine bin, hoffe und arbeite ich weiter daran.

Euer Markus
– Geschäftsführer DIE LINKE. Bergisch Gladbach –

 

Ach so: Wer den Brief des Parteivorstandes noch nicht kennt, kann ihn hier nachlesen:

Brief des Parteivorstandes an die Mitglieder


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